Berliner Geschichte: Wiedergeburt des Kinos „Alhambra“ am Kurfürstendamm als Geschäftshaus

Ein Wahrzeichen Berliner Geschichte wird wiedergeboren: Der berühmte Kinopalast „Alhambra“ wird denkmalgerecht saniert. Wo einst die Welturaufführung des ersten Tonfilms stattfand, wird jetzt ein mondänes Geschäftshaus gebaut.

Lange hat das „Alhambra“ leer gestanden, doch jetzt hat das berühmte Haus am Kurfürstendamm 68 eine neue Nutzung gefunden. Aus dem Kino „Alhambra“ wird ein mondänes Geschäftshaus mitten im Herzen Berlins. Im Erdgeschoss ist eine Nutzung für Einzelhandel vorgesehen, in den Etagen darüber soll es Büroflächen geben sowie einige Wohnungen. Die Bausubstanz wird behutsam saniert, sodass viele Elemente der ursprünglichen Optik für das Stadtbild erhalten werden können.

Medicke produziert für dieses Sanierungsprojekt Türen, Fenster und Faltschiebeanlagen sowie Ganzglasgeländer, im Erdgeschoss großflächige Schaufenster- und Eingangsanlagen mit vorgesetzten Korbmarkisen. Für die Aluminiumprofile der Erdgeschosselemente wurde bereits im Vorfeld eine Spezialoberfläche im Bronzedesign entwickelt. Der Baubeginn für die Fassade ist im August 2017 geplant, die Fertigstellung im Februar 2018.

Zur Geschichte des „Alhambra“

Der ehemalige Kinopalast „Alhambra“, in den Jahren 1921/22 von Kino-Architekt Max Bischoff erbaut, bot Plätze für 1.000 Zuschauer. Hier fand am 17. September 1922 die Welturaufführung des ersten Tonfilms statt. Das Haus erlebte eine wechselvolle Geschichte nicht nur als Kino, sondern auch als Hotel. Betreiber kamen und gingen, mehrmals wurde umgebaut.

Im 2. Weltkrieg wurde das Haus so stark zerstört, dass der Filmbetrieb erst 1949 wieder aufgenommen werden konnte. Nach Umbau und Umbenennung zur „Bonbonniere“ bot das Kino nur noch für 300 Gäste Platz. 1952 wurde der Kinobetrieb eingestellt, das Haus zum Hotel „Kurfürstendamm“ umgebaut. Aus dem Kinosaal wurde eine Tanzbar. In seinen letzten Jahren diente es als Ausbildungsstätte für Gastronomie und Hotellerie, seit 2009 steht das Gebäude leer.

Auftraggeber: BHB Bauhaus Berlin GmbH, Kurfürstendamm 66, 10707 Berlin

Architekt: GBP Architekten GmbH, Rudi-Dutschke-Straße 26, 10969 Berlin, www.gbp-architekten.de

Bauleitung: ibb – Ingenieurbüro für Bauwesen PROF. BURKHARDT GMBH, Sachsendamm 6, 10829 Berlin-Schöneberg, www.ibb-bgw.de

Fachplanung Fassade: Ingenieurbüro Franke, Oranienburger Chaussee 31 – 33, 16548 Glienicke (Nordbahn), www.franke-fassaden.de

(Visualisierung: WERTCONCEPT Investment Group)