Sanierung und Erweiterung Büro-Hochhaus in Bremen: GEWOBA AG Wohnen und Bauen

Von 13. Juli 2018News

Die GEWOBA AG Wohnen und Bauen in Bremen saniert und erweitert im Jahr 2019 ihr Büro-Hochhaus. Dabei wird die Bestandsfassade des 15-geschossigen Hochhauses, die aus vorgehängten Aluminiumelementen besteht, komplett zurückgebaut und erneuert werden. Zusätzlich erhält das Gebäude einen Erweiterungsbau mit Erdgeschoss und zwei Obergeschossen. Medicke produziert und montiert die neue Fassade.

Für dieses Vorhaben hatte der Bauherr insgesamt elf Architekturbüros aus ganz Deutschland zu einem Wettbewerb eingeladen. Der neue Fassadenentwurf sollte den Leitlinien „hanseatisch, solide, bescheiden, aber selbstbewusst“ folgen. Gewonnen hat der Entwurf von Springer Architekten aus Berlin. Er nimmt das bestehende Gebäuderaster auf und behält die ursprüngliche Kubatur ohne Aufstockung bei, sodass die Entwurfsidee aus den 1960er Jahren erhalten bleibt.

Der neue Architektenentwurf
Das markante Hochhaus wurde 1969 vom Architekten Martin Zill entworfen. Er errichtete es als Anbau für das ursprüngliche Verwaltungsgebäude der GEWOBA. Innerhalb der Hansestadt Bremen fügt es sich in eine Hochhausreihe, die mit dem Siemens-Hochhaus am Bahnhof beginnt. Durch den Neuentwurf von Springer Architekten Berlin erhält das Hochhaus trotz aller baulichen Kontinuität auch neue architektonische Akzente.

Kontraste aufheben und Verbindungen schaffen sei das Ziel, so erklären die Springer Architekten ihre Entwurfsidee. Gestalterische Elemente des benachbarten 6-geschossigen Bestandsgebäudes aus den 1950er Jahren (ebenfalls Martin Zill) werden aufgegriffen, wie etwa die horizontale Gliederung durch die Fensterbänder und die Farbigkeit der Fassade. Vertikale und horizontale Elemente werden in ihrer Hierarchie in dieselbe Tiefe gebracht.

Die neue Fassade
„Die Hochhausfassade eines Architekten neu zu gestalten mit dem Ziel, den Zusammenhang zu einem angrenzenden Bauwerk eben desselben Architekten zu stärken – das ist schon eine ungewöhnliche Aufgabe“, so beschreiben Springer Architekten die Herausforderung des Projektes. So solle künftig nicht mehr der Kontrast zwischen Horizontale und Vertikale, zwischen dem hellen Haus und dem dunklen Turm prägend sein, sondern stärker verbindende Elemente, sodass die umstehenden Bauten und das Hochhaus künftig als Teile ein und desselben Ensembles wahrgenommen werden.

Nach dem Rückbau erhält das Hochhaus vom 1. bis 15. OG eine neue Elementfassade mit Aluminiumfenstern und einer Verkleidung aus mineralischem Werkstoff. Das EG und der Erweiterungsbau erhalten eine Fassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion. Für beide Fassadenkonstruktionen wurde Medicke Metallbau beauftragt, die Ausführungsplanung, die Produktion und die Montage zu übernehmen. Der Baubeginn ist für Januar 2019 terminiert, die Fertigstellung für Oktober 2019.

Architekt: Springer Architekten Gesellschaft mbH, Dudenstraße 10, 10965 Berlin, www.springerarchitekten.de
Bauherr: GEWOBA AG Wohnen und Bauen, Rembertiring 27, 28195 Bremen, www.gewoba.de
Bauleitung: Westphal Architekten BDA, Herbststraße 79, 28215 Bremen, www.westphalarchitekten.de
Fassadenplaner: Franke Ingenieurbüro, Oranienburger Chaussee 31 – 33, 16548 Glienicke (Nordbahn), www.franke-fassaden.de
Projektsteuerung: Seidler, Berlin
Visualisierung: Springer Architekten, Berlin