25 Jahre Visionen aus Metall + Glas

Von 5. September 2015News

Am 4.9.2015 feierte Medicke die Eröffnung des Firmenneubaus am Standort Glauchau und sein 25. Jubiläum seit der Neugründung. 350 Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter Auftraggeber, Projektentwickler, Investoren und Geschäftspartner aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz.

„Für mich war es an der Zeit, den langjährigen Geschäftspartnern und Freunden unserer Firma Danke zu sagen für die Treue zu uns und die vielen Fassadenprojekte, die wir in 25 Jahren gemeinsam umsetzen konnten“, sagte Unternehmer Marcus Medicke.

Laudatorin Sabine Tauscher aus Waldenburg hielt zu diesem Anlass eine würdigende Rückschau auf 25 Jahre Unternehmensentwicklung nach der Wiedervereinigung und die fast 80-jährige Unternehmertradition der Familie Medicke.

Die Wurzeln der künstlerischen Fassadengestaltung in serieller Fertigung

Prof. Dr. Niels-Christian Fritsche, Inhaber der Professur für Darstellungslehre an der Technischen Universität Dresden, folgte den historischen Spuren der Kunst am Bau. Er porträtierte das künstlerische und architektonische Schaffen von Karl-Heinz Adler, der als geistiger Vater der künstlerischen Fassadengestaltung mit seriellen Systemen gilt.

Seit den 1960er Jahren entwickelte er zusammen mit Friedrich Kracht das Betonformsteinsystem und entwickelte serielle Systeme für Fassaden, Brunnen und Spielplätze. Diese wurden ab 1970 industriell gefertigt. In der Architektur Ostdeutschlands haben viele Projekte von Adler bis heute bestand und sind in ihrer modernen Formensprache bis heute wegweisend.

Um Herausforderungen zu bestehen, braucht es Mut zur Individualität

Standen am Beginn der Festveranstaltung zunächst Worte des Grußes, Dankens und Erinnerns an Historisches, verlief der Abend im Weiteren vorrangig unter dem Motto „Visionen“ und wagte weite Ausblicke in die Zukunft.

Prof. Dr. Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien, stellte in seinem Gastvortrag die Frage: Wie bereiten wir uns heute auf die Lösung zukünftiger Probleme vor, die wir heute noch gar nicht kennen? Der vielfach ausgezeichnete, international anerkannte Wissenschafter und Buchautor („Die Durchschnittsfalle“) illustrierte seine Ausführungen mit verblüffenden Beispielen aus der Evolutionsgeschichte.

Bei der Frage, was uns allgemein als Gesellschaft oder konkret als Unternehmen in Zukunft erfolgreich macht, vertrat er den Standpunkt: Nur Individualität und Talentförderung erhöhen die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiches Problemlösen, die Orientierung am Durchschnitt, wie ihn unser Bildungssystem fördere, hingegen nicht.

Im Anschluss an Prof. Hengstschlägers begeisternden Vortrag konnten sich die Gäste bei leichter Sommerküche, gediegener Tischkultur und Live-Musik kulinarisch und atmosphärisch im neuen Firmengebäude verwöhnen lassen.

Zukunft des Bauens

Der spätere Abend war mit weiteren interessanten Fachvorträgen zur Zukunft des Bauens gespickt. Hendrik Pahlsmeyer, Leiter des Produktmanagements Fassadensysteme bei der Firma Schüco aus Bielefeld, sprach über die Erweiterung kreativer Möglichkeiten bei parametrischer Fassadenkonzeption. Er stellte das neue Schüco Parametric Concept vor, eine intelligente IT-Lösung, mit der Gebäudehüllen völlig frei gestaltbar werden. Neben der Gestaltungsfreiheit bietet das System auch mehr Planungssicherheit, indem es Statik- und Materialkomponenten automatisch berechnet.

Raphael Gielgen, Head of Research & Solutions bei Vitra aus Birsfelden bei Basel (CH), unternahm mit den Zuhörern einen Ausflug in die Arbeitswelten von Morgen. Vitra ist führend im Design von inspirierenden, ästhetischen und langlebigen Einrichtungskonzepten und Möbeln für zukunftsweisende Wohn- und Arbeitsbereiche. Da die Digitalisierung unsere ganze Wirtschaft revolutioniert, so Gielgen, werden auch die Anforderungen an Arbeitsräume völlig neu definiert werden müssen. Raumnutzung durch den Menschen verändere sich aufgrund anderer Arbeits- und Lebensmodelle. Das Raumdesign müsse diesen Trends folgen, um weiter gute, kreative Arbeit zu ermöglichen.

Holger Siebel, Leiter Architektur bei Bauwens in Köln, skizzierte mit dem Building Information Modeling (BIM) eine völlig neue Arbeitskultur in der Baukonstruktion. Die Bauwens Gruppe entwickelt innovative Wohn- und Bürogebäude und führt gerade diese neue Methode der Gebäudedatenmodellierung in ihren Planungs-, Konstruktions- und Bauprozess ein. Mit BIM werde der Architekt oder Fachplaner, so zeigte Siebel, zukünftig Änderungen an der Projektdatei, d.h. direkt am virtuellen Modell vornehmen. Diese Änderungen seien dann für alle Beteiligten, sowohl als Zeichnung als auch als Datenpaket, direkt verfügbar. Massen und Stückzahlen, die als Grundlage zur Kostenkalkulation dienen, würden somit automatisch abgeglichen.